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Die Geschichte der Kapelle
 
Die Kirche Hl. Dreifaltigkeit wurde ursprünglich als eine private Schlosskapelle gegründet. Der Bau muss irgendwann in den 50er Jahren des 16. Jahrhunderts entstanden sein; die genauen Daten sind nicht bekannt, man weiß nur, dass hier im Jahr 1557 fünf verstorbene Kinder von Jan Kába bestattet wurden.
 
Während des Dreißigjährigen Krieges verfiel die Kapelle wohl, oder sie wurde geplündert. Sicher ist, dass der neue Besitzer Antonio Bruccio sie aus den Trümmern wieder errichtete. Im Jahr 1635 wurde sie neu eingeweiht und erhielt den Status einer Filialkirche. Seit dieser Zeit wurden hier regelmäßige Sonn- und Feiertagsgottesdienste abgehalten. Zu einem Niedergang kam es erst im ausgehenden 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit den josefinischen Reformen. Eine Aufzeichnung von 1759 dokumentiert noch die Bemühungen des damaligen Besitzers Franz de Paula von Gudenus, eine regelmäßige Ordnung der Gottesdienste dadurch zu erhalten, dass er für den Kaplan von Deštná eine jährliche Stiftung von 100 Gulden festsetzte. Der neue Eigentümer Ignatz Stillfried lehnte es jedoch ab, den Betrag weiterhin bereit zu stellen und beschränkte die Stiftung auf die Naturallieferung von Brennholz. Der Pfarrer Matěj Polák weigerte sich, wohl im Bestreben sich die Erfüllung seiner Pflichten zu erleichtern, in der Schlosskirche Messen zu zelebrieren, was er mit dem Hinweis auf eine adelige Hauskapellen auflösende Reform begründete. Der daraus folgende Streit konnte erst im Jahr 1814 nach der Intervention der kirchlichen Obrigkeit geschlichtet werden. In der Kirche wurden alle Gottesdienste abgeschafft, eine Ausnahme bildete nur die Wallfahrtsmesse am Dreifaltigkeitsfest.
 
Durch die Verdienste von Johann Schönburg-Hartenstein und des Pfarrers Bedřich Kamarýt wurde die Kapelle zu Anfang des 20. Jahrhunderts wieder zum Leben erweckt. Im Jahr 1907 wurde ihr neuerlich offiziell der Status einer Filialkirche zuerkannt und es erneut regelmäßige Gottesdienste eingeführt. 1937 wurde Prinz Johann in der neu erbauten Familiengruft bestattet, die sich von außen an die Nordwand der Kirche anschließt. Die sakrale Tätigkeit wurde nach dem Ende des Adels im Jahr 1945 unterbrochen, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschränkte sie sich nur auf die jährlichen Wallfahrten am Dreifaltigkeitsfest und einige wenige Trauungen. Heutzutage ist die Kirche wieder im Betrieb, und neben den regelmäßig stattfindenden Messen wurde sie zum begehrten Ort für kirchliche Trauungen.